Mittwoch, 6. April 2016

Autorencouch mit Autorin Julia Dessalles

Es ist wieder soweit, die Autorencouch füllt sich wieder und heute zu Gast:

Julia Dessalles

Hallo liebe Julia.
Es freut mich sehr dich heute auf meiner Autorencouch begrüßen zu dürfen. 

Bevor wir uns nun den Fragen zuwenden, möchtest du dich einmal bei meinen Lesern und Leserinnen vorstellen?
Hallo! Mein Name ist Julia Dessalles, ich bin 34 Jahre alt (geistig nicht immer...) und bezeichne mich gerne als Kaffeeponyquasselschokisuchti. Ich bin quirlig und emotional, liebe es, Musik zu machen und zu zeichnen und einfach alle kreativen Arbeiten. Ich habe in Deutschland und Frankreich Medizin studiert und habe aufgrund meiner Kinder meine Arbeit als Kinderärztin pausiert, seitdem ist das Schreiben mein Hauptberuf. Mit meinem Mann, Pony, Sohn (und bald einer Tochter) wohnen wir an der französischen Grenze.

So, ich hoffe du bist bereit und wir legen direkt los mit den Fragen!

Frage 1:
 Hast du beim schreiben ein bestimmtes Ritual welches du immer einhältst?
Nicht direkt ein Ritual. Aber ich schreibe gern mit einer Tasse Kaffee (immer in einer besonderen Tasse zB meiner ägyptischen Skarabäustasse) und Schoki in Reichweite. Ich lese immer zur Einstimmung das, was ich als letztes geschrieben habe. Dann geht's direkt los.
Frage 2:
Was denkst du, was macht dich als Autorin aus? Ja ich weiß, eine gemeine Frage. :P
So gemein ist die nicht ;)

Ich denke, ich habe einen recht eigenwilligen Schreibstil, der dem Leser unter Umständen viel abverlangt. Ich schreibe so, wie ich bin: rasant und ungezügelt. Die Belohnung für denjenigen, der sich darauf einlassen kann, ist, dass er zum Beispiel meine Fantasie oder gewisse emotionale Szenen sehr nah miterleben kann. Ich schreibe nicht für Faulpelze, die sich gern alles vorkauen lassen (Aussehen, Gefühle, Gedanken ...), das muss man schon wissen. Bei meinen Büchern darf gern selbst mitgedacht werden :)

Ansonsten bin ich - entgegen dem, was man anhand meiner dezent chaotischen Art denken könnte - sehr streng mit mir und meinem Stil. Ich lege extrem viel Wert auf ein korrektes schriftstellerisches Handwerk und ärgere mich massiv, wenn mir doch mal ein Fehler oder eine ungeschickte Formulierung durchrutscht und mache immer unzählige Korrektur- und Überarbeitungsdurchgänge, bevor ich das Manuskript aus den Fingern gebe. Da bin ich echt perfektionistisch und glaube, dass es immer noch etwas zu verbessern gibt.
Frage 3:
Rubinsplitter ist ein sehr tolles Buch. Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich bin in einer fantastischen Welt aufgewachsen. Mein Vater erfand schon immer auf Zuruf Gute-Nacht-Geschichten für uns. Meine Schwester und ich waren Narnia und Unendliche-Geschichte Fans und erfanden immer unsere eigenen Fantasiefiguren, die wir malten und uns mit ihnen Abenteuer ausdachten. Meine Schwester war immer für Gedankenspiele zu haben ("Was wäre wenn wir an der Decke laufen könnten?" Wir lagen stundenlang auf dem Rücken und spielten imaginär Fangen auf den Dachbalken, bauten Matschschlösser für Flusszwerge und hatten ein Baumhaus namens Mattisburg (ich war der Glazenpeer!) :D Das war wundervoll). Daraus entstand schon früh die Idee einer Welt, die aus purer Fantasie geschaffen würde. Das ist ein unglaublich faszinierender Gedanke. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, wenn man sich klarmacht, dass die Fantasie keine Grenzen kennt! Dazu wollte ich eine Heldin, die Mut macht. Ich war ein sehr unsicherer Teenager - bin ich manchmal immer noch. Und ich weiß, wie wichtig es ist, an sich selbst und seine Fähigkeiten zu glauben. Das wollte ich unbedingt in meinem Buch vermitteln.
Frage 4:
Wie lange schreibst du denn schon?
Ich hab schon vor der Grundschule Geschichten geschrieben, später dann Pferdegeschichten mit Axl Rose (von Guns 'n Roses) als Reitlehrer :D :D :D Und am Gymnasium so verrückte Kurzgeschichten für meine Freunde. Mit Rubinsplitter fing ich vor gut 10 Jahren an, schrieb ewig daran herum. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich professionell mit meiner Lektorin anfing daran zu arbeiten bis zur Veröffentlichung verging aber ein Jahr. Seitdem geht es etwas flotter, man lernt ja dazu.
Frage 5:
Oma Käthe... Er brachte mich öfter zum lachen. Wie bist du DA drauf gekommen?
Oh, grooooooßes Geheimnis! Was kaum einer weiß: Meine Oma hieß Oma Käthe und war eine sehr inspirierende Persönlichkeit. Also, sie war sehr witzig, weil sie oft so theatralisch jammerte und immer extrem auffällig Geheimnisse flüsterte mit aufgerissenen Augen. Dass er ein Stein/Kartoffel ist, liegt vermutlich eher an meinem Vater, der sich von mir zum Geburtstag mal eine geschnitzte Kartoffel wünschte und daran, dass er mich in künstlerischer Hinsicht immer wieder herausfordert, in einem Stein oder einer knorrigen Wurzel, mehr zu sehen (zB Gesichter). Michelangelo sagte einmal, wenn er einen Marmorblock betrachte, sehe er nicht den Stein, sondern die Skulptur darin. So versuche ich auch durchs Leben zu gehen. Im übertragenen Sinne auch, was Menschen betrifft. Der äußere Anschein stimmt oft nicht.
Frage 6:
Was machst du denn, wenn du nicht gerade schreibst?
Ich habe ja ein total verrücktes Islandpferd und liebe es, mit meinem Sohn draußen zu sein und zu toben. Ich bin generell ein sportlicher Mensch, habe jahrelang voltigiert und Ballett getanzt und fahre gern Snowboard. Außerdem ist bei uns zu Hause immer Musik. Irgendeiner singt oder klimpert auf der Gitarre oder auf dem Klavier herum. Oder ich zeichne und singe laut dabei. Ach, es gibt tausend Dinge, die ich gerne mag.
Frage 7:
Wenn du nicht gerade schreibst, liest du dann selbst Bücher? Wenn ja, welches Buch ist momentan dein Liebling?
Ich liebe die Bücher von Maggie Stiefvater, die sauge ich nahezu in mich auf. Ich bin verrückt nach ihren Charakteren, die sind einfach beeindruckend vielseitig und ihre Geschichten sind immer etwas Besonderes. Von den deutschen Autoren hat mich in letzter Zeit am meisten Sabine Schoder mit Liebe ist was für Idioten. Wie mich. fasziniert. Diese Sprache ist der pure Wahnsinn und ich habe so fürchterlich geheult und werde jedesmal ganz emotional, wenn ich daran denke. Großartiges Buch!
Frage 8:
Darfst du uns denn schon was zum zweiten Teil zu Rubinsplitter sagen?
Hahaaaa! Ruby ist ja wieder zurück in der normalen Welt und total unglücklich, monatelang kein Lebenszeichen von Kai zu erhalten. Dann werden auch noch ihre Eltern von der Schattengarde entführt und es ist wie immer Rubys Schuld. Das Wiedersehen mit Kai verläuft dann auch überhaupt nicht so rosarot, wie sie es sich vorgestellt hat und Kai verbirgt ein riesiges Geheimnis, das er nicht mit ihr teilen will...

Der 2. Band wird Tränenspur heißen und wie der Titel verrät, wird es auf jeden Fall spannend und emotional.
Frage 9:
 Hättest du jemals gedacht, dass Rubinsplitter ein zu Hause bei einem Verlag findet?
Ich habe es immer gehofft und auch immer sehr viel Wert auf Qualität gelegt (auch finanziell investiert). Dass es so schnell geht (nach nur 2 Monaten im Selfpublishing) und dann noch bei einem so tollen Verlag wie dem Drachenmond, hätte ich nie gedacht. Es ist mir eine große Ehre, Teil des Verlags zu sein und ich bin unendlich dankbar, dass mir Astrid Behrendt diese Chance gegeben hat. Ich bin auch Pierre Petermichel (von Ich liebe Fantasybücher und den Zeilenspringern) ewig dankbar, dass er damals Astrid auf mich aufmerksam gemacht hat.
 Frage 10:
 Was machst du, wenn du einmal nicht schreiben kannst, 
weil du eine Blockade hast, was unternimmst du dagegen?
Eine richtige Blockade hatte ich zum Glück noch nie. Ich hatte nur schon oft keine Motivation, an dieser Stelle weiter zu schreiben. Entweder, weil mich Selbstzweifel plagten, oder weil ich Szenen, in denen ich meine Charaktere quälen muss, nicht gern schreibe. Da geht es mir auch immer so schlecht.

Als "Therapie" schreibe ich dann entweder hartnäckig weiter, oder ich schreibe an etwas ganz anderem. So entstand auch mein Nebenprojekt "Herzprickeln", das ich unter Pseudonym im SP veröffentlicht habe. Ich wollte einfach mal was ganz Neues machen und es war sehr befreiend und hat viel Spaß gemacht.

Vielen Dank liebe Julia für dieses tolle Interview!
 Es hat mich sehr gefreut das du heute auf meiner Autorencouch Platz genommen hast und dich den 10 Fragen gestellt hast. Du hast due Fragen super beantwortet und nun freue ich mich natürlich noch mehr auf Band 2 von Rubinsplitter! Ich bin schon sehr gespannt darauf. :D
Es war mir eine große Freude! Vielen Dank für die spannenden Fragen! ♥
Das nächste Interview auf der Autorencouch kommt ganz bestimmt!

Kommentare:

  1. Vielen Dank für dieses tolle Interview :) hat mir sehr großen Spaß gemacht, es zu lesen :) Julia Dessalles ist für mich DIE Autorin und ich kann den zweiten Teil von Rubinsplitter schon garnicht mehr erwarten :)

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  2. Ein wundervolles Interview, ich kann mich Bianca anschließen, ich habe es auch genossen. weiter so.

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